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Der Fanny Mendelssohn Kompositionspreis
KlangART Vision trifft FMFP
In Partnerschaft mit dem Festival KlangART Vision in Sachsen-Anhalt wurde der Fanny Mendelssohn Förderpreis (FMFP) im Jahr 2024 erstmals um eine neu geschaffene kompositorische Kategorie erweitert. Der “Fanny Mendelssohn Kompositionspreis” wird seitdem jährlich an junge Komponist:innen vergeben. Der Preis besteht in einem Kompositionsauftrag für Kammermusik, für dessen Umsetzung, Uraufführung und Aufzeichnung der/die Preisträger:in ein zweckgebundenes Preisgeld in Höhe von 10.000 € erhält.
Ein Preis, zwei Gewinner
ein zentrales Merkmal des Preises ist die enge Verbindung zum Fanny Mendelssohn Förderpreis:
Die Komposition wird gezielt für eine bestehende künstlerische Formation entwickelt.
Damit profitieren zwei Seiten gleichermaßen:
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der/die ausgezeichnete Komponist:in
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sowie die interpretierenden Musiker:innen
Besetzung 2026
Die Auftragskomposition 2026 soll sich an folgender Besetzung orientieren:
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Flöte – Fabian Johannes Egger (Gewinner des Fanny Mendelssohn Förderpreis 2026)
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Fagott – Cosima Maria Heilmaier
Beide Musiker:innen sind vielfach ausgezeichnet und u. a. als Ensemble beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert hervorgetreten.
Ausschreibung und Auswahl
Die Ausschreibung des Fanny Mendelssohn Kompositionspreises erfolgt jährlich im Anschluss an die Jurysitzung des FMFP und nach Bekanntgabe des/der Finalist:in, auf dessen/deren Formation die Komposition ausgerichtet sein soll. Eine Jury unter dem Vorsitz von Martin Hoffmeister bewertet die eingereichten Werke und bestimmt den Preistragenden unter den Komponist:innen.
KlangART Vision als Preisträger-Bühne
Die Uraufführung der Komposition findet im Rahmen der KlangART Vision im Beisein des/der Komponist:in statt und wird live durch den/die FMFP-Finalist:in präsentiert.
Zu Ehren von
Fanny Mendelssohn
Chancen für junge Talente
Wie der FMFP soll auch der Kompositionspreis zu Ehren von Fanny Mendelssohn vergeben werden, die erst in ihrem letzten Lebensjahr den Mut fasste, erste Werke ihrer über 450 Kompositionen zur Drucklegung zu bringen. Mit vereinten Kräften möchten KlangART Vision und der FMFP jungen Musiker:innen das ermöglichen, was Fanny nicht vergönnt war: ihren Visionen und Musikkonzepten eine breite Öffentlichkeit zu geben.
Sachsen-Anhalt und das Festival KlangART Vision
Die Mendelssohns in Sachsen-Anhalt
Die Wurzeln der Familie Mendelssohn liegen in Sachsen-Anhalt – der Philosoph und Großvater von Fanny wurde in Dessau geboren, heute erinnert die Moses-Mendelssohn-Akademie in Halberstadt an sein Wirken, aus dessen Herkunft eine deutsche Gelehrten-, Künstler- und Bankiersfamilie hervorging.
Das KlangART Vision Festival
Das Festival KlangART Vision engagiert sich im Bereich der zeitgenössischen Musik und stellt jedes Jahr von März bis Juni das musikalische Schaffen in Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt. Das Festival verpflichtet sich jedoch weder einem Genre noch einem Ort, sondern will vielmehr „Brücken bauen“, neue Räume für Musik eröffnen und ungewöhnliche Begegnungen zwischen Musikern und ihrem Publikum ermöglichen.
Mit dem Fokus auf Sachsen-Anhalt und dem starken lokalen Bezug zur Familie Mendelssohn, war der Grundstein für die Zusammenarbeit zwischen dem KlangART Vision und dem FMFP gelegt.
TEILNAHMEINFOS
AUSWAHLVERFAHREN UND VERLEIHUNG
Teilnahmebedingungen:
Teilnahmeberechtigt sind Komponist:innen mit Wohnsitz innerhalb der Europäischen Union, die zum Zeitpunkt des jeweiligen Bewerbungsschlusses nicht älter als 35 Jahre sind.
Die ausführlichen Teilnahmebedingungen finden sich hier zum Download.
Bewerbung:
Die Bewerbungsphase ist eröffnet: Bewerbungen können bis zum 25. April 2026 über das Bewerbungsformular eingereicht werden.
Preisgeld:
Das Preisgeld in Höhe von 10.000,00 € wird zweckgebunden eingesetzt für:
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die Uraufführung der Auftragskomposition im Rahmen des Festivals KlangART Vision
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einen Live-Video-Stream und die Ausstrahlung der Konzerts auf allen relevanten Social Media Kanälen und zur weiteren Nutzung als musikalische Visitenkarte durch den Preisträger
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eine Live-Audioproduktion als Stream
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Aufführungsmöglichkeiten bei weiteren Konzerten, u.a. im Rahmen des Konzertkalenders der Fanny Mendelssohn Artists
Über die Vergabe des Kompositionspreises entscheidet eine Jury unter Leitung des Vorsitzenden des Fanny Mendelssohn Förderpreises durch Sichtung der zugesandten Bewerbungen. Die Jury besteht aus fünf Juror:innen.
Kriterium für die Zuerkennung des Preises ist die Förderwürdigkeit, erwiesen durch die bisherigen kompositorischen Arbeiten der Bewerberin/des Bewerbers.
Der Fanny Mendelssohn Förderpreis schlägt einen ausgewählten Interpreten aus dem Kreis der Fanny Mendelssohn Arists und dessen instrumentale Formation für die musikalische Umsetzung der Auftragskomposition vor. Die Komposition umfasst ein Werk von ca. 8 Minuten Dauer in der jeweils vom Fanny Mendelssohn Förderpreis vorgegebenen Besetzung.
Mit der Einsendung der Bewerbung verpflichtet sich die Bewerberin/der Bewerber im Falle der Auszeichnung innerhalb von 3 Monaten nach Bekanntgabe die geforderte Auftragskomposition fertigzustellen und das Aufführungsmaterial kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Die Verleihung des Preises erfolgt im Rahmen der Uraufführung der Auftragskomposition, die im Herbst 2026 mit einer Feierstunde in Halberstadt stattfindet.

Martin Hoffmeister (Vorsitz)
Martin Hoffmeister Martin Hoffmeister ist Chefredakteur des Gewandhausradios. Er fungierte zuvor als leitender Redakteur und Moderator bei diversen Kultur- und Klassikwellen des privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Als freier Publizist schreibt er für zahllose nationale und internationale Magazine und Fachzeitschriften und zeichnet für mehrere Buchprojekte verantwortlich. Er ist Jury- und Board-Member der ‚International Classical Music Awards‘ und Jury-Vorsitzender des Fanny-Mendelssohn-Förderpreises.
DIE JURY
Támas Pálfalvi
Der hochtalentierte ungarische Trompeter Tamás Pálfalvi wurde 1991 geboren und begann im Alter von acht Jahren Trompetenunterricht zu nehmen. Er studierte von 2005 bis 2009 am Leó Weiner Konservatorium für Musik in Budapest. Pálfalvi trat weltweit in den renommiertesten Konzerthallen auf und wurde 2019 zum jüngsten Professor für Trompete an der Franz-Liszt-Musikakademie ernannt. Sein durch den Fanny Mendelssohn Förderpreis ermöglichtes Debüt-Album "Agitato" zeigt nicht nur seine Virtuosität an der Trompete, sondern auch sein großes dramaturgisches Geschick.


Mathias Rehfeldt
Für den Münchner Komponisten und Organisten steht die Verbindung von Klang, Raum und Emotion im Zentrum seines Schaffens. Er sucht nach neuen Ausdrucksformen, die klassische Musik, elektronische Klangwelten und filmische Dramaturgie miteinander verweben. Seine Werke reichen von preisgekrönten Filmmusiken bis zu Kompositionen für Chor, Orchester, Orgel und Kammerensembles.
Mit seinem international beachteten Dark Matter Projekt verbindet Rehfeldt die Klanggewalt der Orgel mit futuristischen Synthesizer-Texturen und eröffnet so neue Perspektiven auf eines der ältesten Instrumente der Musikgeschichte. Diese Idee des Dialogs zwischen Alt und Neu führt er in seinem Sonderprojekt Mensch und Maschine fort, das in Kooperation mit dem Fanny Mendelssohn Förderpreis entstanden ist – ein einmaliges Experiment, in dem eine seiner Kompositionen einer von Künstlicher Intelligenz geschaffenen Klangwelt gegenübertritt.
Aus der emotionalen Tiefe der Romantik entwickelt Rehfeldt eine unverwechselbare Tonsprache, die sich durch atmosphärische Dichte, klare Dramaturgie und farbenreiche Klanggestaltung auszeichnet.
Foto: Emanuel Klempa
Ivo Nitschke
Ivo Nitschke, Jahrgang 65, ist Stellvertretender Solopauker der Staatskapelle Halle. Die Faszination die für ihn vom Schlagwerk ausgeht, und ihn zum Berufsmusiker machte, ist bis heute ungebrochen.
Neugier und Unternehmungslust haben ihn zu vielen musikalischen Expeditionen verleitet und eine eigene, stattliche Sammlung verschiedenster Percussion-Instrumente hervorgebracht.
Er tritt in Folk-Bands oder Jazz-Formationen, Neue-Musik-Projekten oder mit Barock-Ensembles auf. Gern auch solistisch, gern auch experimentell oder auch als Solist mit der Staatskapelle Halle.
Zu Komponieren ist für Nitschke eher folgerichtig: das eigene Instrumentarium ausloten und die musikalische Vielfalt vernetzen. So sind seine Ballett-Musiken für das Ballett der Oper Halle,
kleine Orchesterstücke und Kammermusik entstanden.


Prof. Sarah Maria Sun
Sarah Maria Sun zählt zu den herausragenden Interpretinnen der Zeitgenössischen Musikszene. Ihr Repertoire beinhaltet 2000 Kompositionen vom 16. bis 21. Jahrhundert, darunter 400 Uraufführungen. Sie ist regelmäßig weltweit in namenhaften Festivals, Opernhäusern und Konzerthäusern zu Gast. Für ihre Darstellung komplexer Frauenfiguren wie die Doppelfigur Elsa/Lohengrin in Salavatore Sciarrino's Monodram „Lohengrin“ oder die der Gwen in Philip Venables' „Psychose 4.48“ wurde sie als Sängerin des Jahres nominiert. Von 2007-2015 war sie die Erste Sopranistin der Neuen Vocalsolisten Stuttgart, einem Kammerensemble aus sieben SängerInnen, die seit Jahrzehnten als Pioniere der Zeitgenössischen Musik agieren. Sarah Maria Suns Diskografie umfasst mehr als 40 CDs, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet oder nominiert wurden. Sarah ist ausserdem Illustratorin und Autorin von Kinderbüchern und veröffentlicht eigene Songs mit der Band Titillating Tofu. Seit 2022 unterrichtet sie als Professorin an der Musikhochschule Basel.
Foto: Thomas Schloemannn
Die Initiatoren über den Preis
Heide Schwarzweller
Vorsitzende und Gründerin FMFP
"Fanny Mendelssohn ist das Vorbild für den Kompositionspreis. Ziel ist es, ebenso begabte junge Künstler*innen zu begleiten und ihnen eine Bühne zu geben."
Markus Steffen
Künstlerischer Leiter der KlangART Vision
"Die bisherigeResonanz bestätigt Anliegen und Notwendigkeit des Preises zur Förderung jungerzeitgenössischer Musik. Wir freuen uns, ihn im Rahmen des Festivals zum drittenMal verleihen zu können – und sind gespannt auf die neue Musik."




